Mitglied des Österreichischen Siedlerverbandes

Bauträger zerstören unsere Siedlungen

Aktuell versetzen Bauträger viele Siedler in Aufregung, weil sie unter Ausnützung aller gerade noch legalen Mitteln auf frei werdenden Grundstücken Gebäude errichten, die sowohl die Lebensqualität der unmittelbaren Nachbarn als auch den Charakter der gesamten Siedlung massiv zerstören. Am Samstag, dem 21.1.2017 fand eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema im Haus der Begegnung in der Großfeldsiedlung statt. Einen Bildbericht finden Sie in unserer Bildergalerie. Wir haben bereits mit dem Leiter der Stadtteilplanung Herrn Senatsrat Dipl.Ing. Walter Krauss, dem Herrn Bezirksvorsteher Georg Papai und der für die Stadtplanung zuständigen Stadträtin, Frau Vizebürgermeisterin Mag.a Maria Vassilakou Kontakt aufgenommen, um einen Weg zu finden, wie wir deratige Auswüchse in der Zukunft verhindern können. Bereits bewilligte oder im Bau befindliche Objekte können wir aber nicht mehr stoppen!

Es geht uns alle an! Gleichlautende Beschwerden kommen auch aus anderen Siedlungen in Wien.

Bis zu 4 solcher Gebäude kann man Ihnen auf Ihrem Nachbargrundstück vor die Sonne bauen, oft sogar direkt an die Grundgrenze. Die aktuelle Bauordnung lässt das zu!

Derzeit entstehen 4 solche Häuser in der Trisannagasse 25.

Die für das Ortsbild zuständige Architekturabteilung (MA 19) begründet ihre Zustimmung zu diesem Projekt so: Das Bauvorhaben entspricht somit den Intentionen des Flächenwidmungs - und Bebauungsplanes, zumal Ausrichtung, Lage am Grundstück, Zweigeschoßigkeit und Untergliederung der Baumassen (Teiligkeit) mit den Gebäuden in der näheren Umgebung übereinstimmen. In diesem Rahmen kann sich das Einfamilienhaus auch in individueller Ausprägung – andere Dachform als der Bestand – in das örtliche Stadtbild einfügen.“

Inzwischen steht auch schon das dritte "Einfamilienhaus" auf dem einen Grundstück und das alte Haus links wird auch noch abgerissen und durch ein viertes "Einfamilienhaus" ersetzt. Vom Garten bleibt da sicher nichts mehr, außer der vom Nachbarn...

Der Platz zwischen den Gebäuden dient den Zufahrtswegen und den Stellplätzen für 6 (!) PKW...

Auf eine Anrainerbeschwerde antwortete die Stadtplanung am 8. November 2016 noch: "...kann im Vergleich zur umgebenden Bestandsbebauung ungewohnt wirken...... entspricht aber den im Stadtentwicklungsplan STEP 2025 verankerten Zielen der Stadtplanung..." In einem persönlichen Gespräch mit Vertretern der Landesorganisation Wien des Österreichischen Siedlervbandes am 24. Jänner äußerte sich die für die Stadtplanung zuständige Stadträtin und Vizebürgermeisterin Vassilakou aber schon wesentlich verständisvoller. (Siehe weiter unten)

Ein ähnliches  Projekt entsteht gerade in der Glangasse 24:

 

Nachstehende Bilder zum Vergrößern anklicken!

Glangasse 24 heute. Im Hintergrund ist noch das (keineswegs alte) Gebäude zu sehen, das bereits im Abbruch ist.
So wird das Grundstück dann aussehen. Von Bäumen oder sonstigem Grün können wir dann nur mehr träumen. Und der Nachbar von der Sonne...
Das gleiche Problem gibt es auch in anderen Siedlungen:
Oberhummergasse/Oswald-Redlich Straße (Großfeldsliedung)
Sandrockgasse (Bruckhaufen)

Aber nicht nur, was die Gebäudehöhe betrifft, bleibt von unseren "Gartensiedlungen" nichts mehr übrig. Im Bereich Illgasse 44 hat eine Baufirma 2 Gärten zusammengelegt, in 8 Grundstücke zerlegt und jedes mit einem Gebäude, der Zufahrt und PKW-Stellplätzen "zubetoniert". Da gibt es nicht einmal mehr einen Grashalm und die einzelnen Grundstücke sind nicht einmal 300 m² klein. Auch in der Lavantgasse 67 wurde ein Grundstück in 4 Mini-Bauplätze "zerlegt", wie auch in vielen anderen Gassen unserer Siedlung. Weitere Baustellen sind bereits in "Betrieb" und in Planung...

Und das bei einem vorgeschriebenen Vorgarten von 5 Metern und einer Bebauungsdichte von maximal 25 %.

 

Illgasse 44
Lavantgasse 67
Flächenwidmungsplan mit Grundkataster für Illgasse 44 und Lavantgasse 67

Mehr darüber auch in unseren aktuellen "Siedlernachrichten"  und der Einladung zur Informationsveranstaltung

 

Unterstützen Sie uns auch mit Ihrer Unterschrift! Listen zum Downloaden.

Am 24. Jänner 2017 fand eine Besprechung mit der für die Stadtplanung verantwortlichen Frau Vizebürgermeisterin Mag.a Vassilakou statt. Sie brachte Verständnis für unser Problem auf und sagte uns ihre Unterstützung bei unserem Antrag auf Überabeitung der Flächenwidmungs- und Bebauungsbestimmungen zu. Sie bekannte sich zwar zu dem Ziel der Stadtplanung in unserem Gebiet eine "Verdichtung" zu erreichen, das müsse aber mit Maß und Ziel und unter Rücksichtnahme auf das Erscheinungsbild der Siedlungen vor sich gehen. Für derartige Auswüchse, wie sie derzeit vorkommen, hat auch sie kein Verständnis. Bezüglich der großzügigen Auslegung der Bauordnung und die aktuelle Vorgangsweise der Baupolizei verwies sie uns aber an den Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig.

Am 7. Februar 2017 fand eine Besprechung mit Herrn Bez.Vorst. Georg Papai statt, bei der er mir mitteilte, dass er bereits am 25. Jänner den Antrag an die MA 21. Stadtteilplanung und Flächenwidmung gestellt hat, " die Flächenwidmung für das Siedlungsgebiet Nordrandsiedlung so zu überarbeiten, dass die Prämisse „Siedlungsgebiet muss Siedlungsgebiet bleiben“ erfüllt ist und eine überdimensionierte Verbauung hintangehalten wird und er die Bitte geäußert hat, dass der Siedlerverein in den Prozess eingebunden wird."

Im September 2018 fand dann eine Umfrage des Herrn Bezirksvorstehers unter den Bewohnern der Nordrandsiedlung statt, bei der sie unter 3 Varianten auswählen konnten:   Details

Einsendeschluss der Stimmzettel: 28.9.2018

Ergebnis:

Angeschriebene Personen

1.115

davon Kleingärten am Möllplatz (Lafnitzgasse 22)

-75

"echte" (stimmberechtigte) Nordrandsiedler

1.040

abgegebene Stimmen

647

= 62 % der Stimmberechtigten

Variante 1 (Beschränkung der Geschoßzahl auf 2)

116

= 18 % der abgegeb. Stimmen

Variante 2a (unterschiedliche Gebäudehöhe und Bauweisen)

39

=  6 % der abgegeb. Stimmen

Variante 2b (Beschränkung der Geschoßzahl und untersch. Bauweisen)

474

= 73 % der abgegeb. Stimmen

ungültige Stimmen

18

=  3 % der abgegeb. Stimmen


Somit haben sich 590 (= 91 %) der abgegebenen Stimmen jedenfalls für eine Beschränkung der Geschoßzahl auf 2 und davon 474 (= 73%) auch zusätzlich für die unterschiedliche Bauweise (an der Straße offen oder gekuppelt im hinteren Bereich nur offene Bauweise) entschieden.

Erster Erfolg:

15.11.2018 Gemeinderat verhängt Bausperre über das Kerngebiet unserer Siedlung

 

Am 30.3.2019: weitere Informationsveranstaltung    Fotos

Nachdem wir bereits den ersten Erfolg gegen die Zerstörung unserer Siedlung durch Bauträger erreicht hatten, indem der Gemeinderat ab 15. November 2019 eine Bausperre über das Kerngebiet unserer Siedlung verhängt hatte, fand am 30.3.2019 im Rahmen unserer Generalversammlung eine weitere Informationsveranstaltung zum Thema "Bauträger zerstören unsere Siedlung" im Beisein unseres Herrn Bezirksvorstehers Georg Papai statt. Dabei wurden die weiteren erforderlichen Maßnahmen diskutiert. Unser Vorschlag, dass in den Bebauungsbestimmungen künftig festgelegt werden soll, dass künftig (wieder) eine Mindestgröße von Bauplätzen festgelegt werden soll und dass auf jedem Bauplatz nur ein Kleinhaus mit einer verbauten Fläche von 150 m² errichtet werden darf, fand grundsätzlich bei allen Teilnehmern und auch beim Herrn Bezirksvorsteher Zustimmung, es müssen aber noch Details geklärt werden, um nicht Bauplätze, die bereits vorher diese Mindesgröße nicht aufwiesen, zu entwerten.

Das Angebot des Herrn Bezirksvorsteher lautet, dass wir zunächst einmal die Vorschläge der MA 21 (Stadtplanung) abwarten sollen und dann allenfalls noch "nachverhandeln" können.

Das bisherige Ausmaß der Zerstörung

Flugblätter:

Zerstörung der Nordrandsiedlung

Zerstörung vorher/nachher

Zerstörung außerhalb